In der Stadtverordnetenversammlung am  2. April 2025 kam es zur Abstimmung über den – von unserer Fraktion mitgetragenen und organisierten – Antrag zur Abwahl des Oberbürgermeisters Mike Schubert.  Steffen Pfrogner begründete in der Sitzung noch einmal kurz unser Votum für die Abwahl. Er führte große Defizite in der Arbeit des Oberbürgermeisters an, der die Stadtverwaltung nicht gut organisiert, die städtischen Betriebe nicht strategisch leitet und viele Beschlüsse der Stadtverordneten nicht umgesetzt hat.

Alle der 38 Stadtverordneten, die den Antrag am 7. Januar unterschrieben und eingebracht hatten, waren in der Sitzung anwesend und stimmten für die Abwahl. Das entspricht einer Zweidrittelmehrheit der 56 Mandate. Insgesamt wurde die Abwahl mit 44 zu 9 Stimmen beschlossen. Auf Stimmen der AfD kam es nicht an. Dies war auch eine Bedingung unserer Stadtverordneten für die Beteiligung an der Abwahlinitiative.

Als Termin für den nun fälligen Bürgerentscheid wurde der 25. Mai 2025 festgelegt.

Ab dem 14. April können Briefwahlunterlagen beantragt werden, das Briefwahllokal im Stadthaus öffnet am 5. Mai.

Die Wählergruppe DIE aNDERE hat bereits die nötigen Infomaterialien formuliert und gestaltet und wird sie in der nächsten Woche in Druck geben. Auch die erforderlichen Genehmigungen für die Plakatierung und die Durchführung von Infoständen haben wir heute beantragt.

Wir wollen in den nächsten Wochen für eine Beteiligung am Bürgerentscheid und für einen Neuanfang an der Rathausspitze werben.

Für offene Fragen und Diskussionen stehen wir auch an Infoständen gern zur Verfügung.

 

 

Seit mehreren Monaten verunsicherten der Oberbürgermeister und sein Kämmerer die Stadtgesellschaft mit einer völlig überzogenen Spardebatte. Soziale Einrichtungen, kulturelle Träger und Beratungsangebote sahen sich in ihrer Existenz bedroht. Die Fraktionen erhielten zahlreiche Mails, Anrufe und Besuche. Ein breites gesellschaftliches Bündnis protestierte bei der SVV-Sitzung im März gegen die Kürzungen und mobilisiert zur großen Demo am 22. März ab 14 Uhr zum Platz der Einheit.

Die Fraktionen Linke, Grüne, SPD und Andere haben sich zusammengesetzt und ausgelotet, ob dieser Sparhaushalt abgewendet werden kann. Auf Drängen der 4 Fraktionen prüfte der Oberbürgermeister Einsparpotentiale in der Verwaltung und legte am Dienstag eine Liste vor, die entsprechende Maßnahmen im Umfang von ca. 60 Millionen für die Jahre 2025-2028 vorsieht. Auf dieser Basis haben sich die Fraktionen nun kurzfristig auf einen gemeinsamen Änderungsantrag zum Haushaltsentwurf verständigt.

Mit diesem Antrag sollen zahlreiche Kürzungen abgewendet werden. Das verbilligte Schülerticket, der Preisdeckel für das Schulessen und die 3. Betreuungsstufe in den Kitas bleiben erhalten. Hans-Otto-Theater, die städtischen Museen und der Nikolaisaal erhalten mehr Geld. Auch Mehrbedarfe für die freie Kultur werden finanziert. Die Projekt- und Festivalförderung wird wieder auf das Budget von 2024 angehoben. Die Bibliothek bleibt für Kinder und Jugendliche kostenlos und kann die Sonntagsöffnung fortsetzen. Mehr Geld gibt es für die Bürgerhäuser, soziale Projekte, Jugendeinrichtungen, Grünflächen, Bäume und Spielplätze. Die Antidiskriminierungsberatung der Opferperspektive und die PLUS-Projekte können wieder aufgenommen werden. Die nördlichen Ortsteile erhalten die zugesagten Mittel aus dem Solareuro und die Pro Potsdam muss nichts an den Stadthaushalt abgeben. Auch die Biosphäre wird nicht heimlich über die Kürzungsliste beerdigt, sondern erhält eine Chance.

Uns ist bewusst, dass damit nicht alle Probleme gelöst sind. Die Unterfinanzierung der Kommunen und die ungerechte Verteilung des Reichtums innerhalb der Gesellschaft können wir im Rahmen der Potsdamer Haushaltsdebatte nicht aufheben.

Wir möchten uns dennoch bei allen bedanken, die in den letzten Wochen gegen die Kürzungspläne protestiert und demonstriert haben – und natürlich auch bei denen, die uns beraten und unterstützt haben.

Eine andere Stadt ist möglich!

 

In den letzten Wochen haben unsere Stadtverordneten viel Zeit und Energie investiert, um dazu beizutragen, dass kein Sparhaushalt zu Lasten von Jugend, Sozialem, Kultur, Verkehrsbetrieb und Wärmewende beschlossen wird.

Aber parallel haben wir wieder neue Anträge eingebracht, die in der Stadtverordnetenversammlung am 2. April 2015 auf der Tagesordnung stehen.
Wir wollen erreichen, dass die Stadtverwaltung und die städtischen Betriebe ihre Konten im asozialen Netzwerk X kündigen und ihre Angebote auf Bluesky verlegen.
Außerdem fordern wir, dass Kinder und Jugendliche die Stadt- und Landesbibliothek auch künftig kostenlos nutzen können und dass auch die anderen Ermäßigungen bei einer Neufassung der Entgeltordnung erhalten bleiben. Zur Verbesserung der Einnahmen schlagen wir stattdessen die Einführung einer freiwilligen Fördermitgliedschaft vor.

A 25_SVV_0270 EntgeltO Bibliothek

A 25_SVV_0271 Wechsel von X zu Bluesky

Es ist nun mehr als 5 Jahre her, dass wir auf dem Stadtteilspaziergang im Potsdamer Norden den Vorschlag eines Bürgers aufnahmen, die Buslinie 609 über Kartzow hinaus bis zum Regionalbahnhof Priort zu verlängern. Die Chance, hier den Norden direkt an die Regionalbahn anzuschließen und damit das ganze ÖPNV-Netz zu entlasten, hat uns gleich überzeugt. Ein Antrag unserer Fraktion wurde am 11. September 2019 in der Stadtverordnetenversammlung beschlossen (19/SVV/0907). Ende Januar 2020 stellte der Oberbürgermeister in einer Mitteilungsvorlage (20/SVV/0130) in Aussicht, dass der Anschluss an die Regionalbahn schon zum Fahrplanwechsel im Dezember 2020 umgesetzt werden kann.

Bei den Verkehrsbetrieben und in der Gemeinde Wustermark gab es ein großes Interesse. Leider war aber am Bahnhof Priort zu wenig Platz für den Bus, der dort pausieren müsste, wenn der Busfahrer an der Endhaltestelle eine Pause macht. Daher wurde sogar überlegt, die Wendeschleife umzubauen. Wir haben uns gefragt, ob es nicht einfacher wäre, dann gleich bis Elstal zu verlängern.

Heute beantwortete der Oberbürgermeister unsere Kleine Anfrage 25/SVV/0165 und hat erfreuliche Nachrichten. Es gibt ab August tatsächlich eine neue Buslinie 662, die Campus Jungfernsee und Bahnhof Elstal verbindet und in Priort, Satzkorn, Fahrland und Krampnitz hält. Vielen Dank an alle, die dazu beigetragen haben.


Bahnhof Priort, Ansichtskarte 1939

Am Samstag, 22. Februar.2025 um 11:00 Uhr findet das monatliche Gedenken an der Bibliothek der verbrannten Bücher auf dem Potsdamer Bassinplatz statt.

 

Diesmal stellen wir Bertha von Suttners berühmten Roman „Die Waffen nieder! “ ein, der von den Nazis 1933 verbrannt wurde und zum Bestand unserer Bibliothek gehört.

Außerdem informieren wir darüber, wie es mit den städtischen Planungen für einen Gedenkort an die Bücherverbrennung auf dem Bassinplatz weitergehen soll.

Bitte kommt vorbei und sagt es weiter!

Wir freuen uns auch über Bücherspenden zur Vervollständigung unseres Bestandes.

www.verbrannte-buecher.de/bibliothek

Den Abend der Landtagswahl feierte die AfD im „Alten Krug“ im Potsdamer Ortsteil Marquardt. Natürlich unterstützten auch wir die große und bunte Protest-Demo, die das neugegründete Bündnis für Demokratie im Potsdmer Norden gemeinsam mit antifaschistischen Gruppen organisierte.

Am Rande der Demonstration bezeichnete ein Mitglied unserer Wählergruppe den AfD-Stadtverordneten Chaled-Uwe Said als „Faschisten“. Dass Herr Said Strafanzeige erstattete, war eigentlich zu erwarten. Seit Jahren versucht er auf diese Weise Menschen einzuschüchtern, die ihn öffentlich als das bezeichnen, was er nach unserer Ansicht ist.

Was genau in Marquardt geschah, schildert der Angezeigte in seiner Anhörung so:

Ich war am 22.9.24 auf einer angemeldeten Gegendemonstration gegen die Wahlparty des AfD-Landesverbandes Brandenburg in Marquardt. Dort begegnete mir Herr Said und ich bezeichnete ihn als Faschist, da er ein stadtbekannter AfD-Politiker ist.

Herr Said ist Mitglied der AfD und äußert immer wieder Positionen, die als faschistisch bezeichnet werden müssen, so z.B. zu Themen wie Migration, Flüchtlinge, Klimawandel, Geschichtsbild usw. usf..

Herr Said hat kein Problem mit seinen rechtsextremen Parteikollegen wie Herrn Berndt oder Herrn Höcke, um nur die bekanntesten zu nennen.

Dass Herr Said sich durch die Bezeichnung „Faschist“ beleidigt fühlt, bezweifle ich. Herr Said hat vielmehr schon mehrfach öffentlich angekündigt, alles zur Anzeige zu bringen, was er als Angriff oder Beleidigung definiert und verfolgt damit eine Strategie, Kritiker einzuschüchtern und zu diskreditieren.

Im Hintergrund riefen Dutzende Demonstranten „Nazis raus“ als Herr Said und ich uns begegneten, was Herrn Said ofenbar nicht beleidigte, obwohl er wußte, dass dies auch ihm galt.

Auf der Wahlparty, die Herr Said besuchte, wurden „millionenfaches Abschieben“ und „Remigration“ auf abstoßende Weise abgefeiert.

Ich habe Herrn Said mit der Bezeichnung „Faschist“ sachlich kritisiert für die Positionen, die er politisch vertritt und für die Äußerungen, die er öffentlich tätigt.

Nun hat die Staatsanwaltschaft mitgeteilt, dass das Verfahren gem. § 170 II der Strafprozessordnung eingestellt wird, weil die Ermittlungen keinen Anlass zur Erhebung der Klage ergeben haben.

Eigentlich sollte Herr Said inzwischen wissen, dass es eine zulässige Meinungsäußerung ist, ihn als Faschisten zu bezeichnen. Schließlich ist es nicht das erste und nicht das zweite Mal, dass er Mitglieder unserer Wählergruppe nach öffentlichen Disputen erfolglos angezeigt hat. Dass er sich trotzdem nicht verkneifen kann, reflexartig mit völlig aussichtslosen Strafanzeigen auf kritische Meinungen zu reagieren, zeigt dass der Slogan „Zeit für freie Meinung“ nicht viel bedeutet, falls die AfD hier mal etwas zu sagen hätte.

 

PS: Falls jemand ähnliche Anzeigen von Herrn Said erhalten hat, geben wir gern unsere Erfahrungen weiter.

 

Am 2. Februar 1945 begann der Todesmarsch aus dem KZ Lieberose in das Hauptlager nach Sachsenhausen. SS-Leute trieben mehr als 1.600 entkräftete Häftlinge vom 06. bis 08. Februar auch durch Drewitz und die Potsdamer Innenstadt. Dabei kam es auch zu Erschießungen.

Leider erinnert bis heute nur eine verwitterte Grabanlage auf dem Drewitzer Friedhof an dieses NS-Verbrechen.

Ein Beschluss der Stadtverordneten (21/SVV/0411), eine wissenschaftliche Untersuchung zu beauftragen und die Ausschilderung der Route des Todesmarsches zu prüfen, wurde bislang nicht umgesetzt. Zwar liegt eine fundierte Untersuchung vor, doch der Oberbürgermeister hat bis heute nichts unternommen, um die Route auszuschildern oder in anderer Form öffentlich an den Todesmarsch zu erinnern.

Deshalb unterstützt die Wählergruppe DIE aNDERE organisatorisch und finanziell das öffentliche Gedenken der VVN-BdA Potsdam anlässlich des 80. Jahrestages des Todesmarsches durch Potsdam.

In den letzten Tagen wurden an mehreren Punkten im Potsdamer Stadtgebiet temporäre Informationspunkte aufgebaut, die daran erinnern, dass an dieser Stelle vor 80 Jahren öffentlich sichtbar am hellichten Tag Menschen erniedrigt und ermordet wurden.

Am Samstag, dem 08. Februar findet 14 Uhr auf dem Alten Markt eine Informations- und Gedenkkundgebung statt.

Wir empfehlen natürlich gern, am Vormittag an der Demo der Omas gegen rechts „Gegen Hass und Hetze – Demokratie verteidigen“ teilzunehmen, die 11 Uhr an der St. Peter und Paul-Kirche am Bassinplatz startet.

2011 wurde die Allgemeine Wehrpflicht in der Bundesrepublik ausgesetzt. Die Kampagne gegen Wehrpflicht, Zwangsdienste und Militär schloss ihre Beratungsbüros und kümmerte sich nur noch sporadisch um Deserteure aus Kriegsgebieten und die Erinnerung an die Opfer der NS-Militärjustiz.


2025 kommt nun die Wehrpflicht zurück. Dieser Entwicklung wollen auch wir uns stellen.
Seit 15 Jahren lädt die Kampagne gegen Wehrpflicht wieder zu einer Veranstaltung ein.

Am Mittwoch, 29. Januar 2025 diskutieren ab 19 Uhr im Treffpunkt Freizeit
über die Rückkehr der Wehrpflicht und die Militarisierung der Gesellschaft:

Rita Kavali (Die Falken),
Jan van Aken (Die Linke) und
Lutz Boede (Kampagne gegen Wehrpflicht)
Moderation: Isabelle Vandre


Pünktlich zum heutigen Antragsschluss hat unsere Fraktion noch zwei Anträge eingereicht.

Gemeinsam mit den Grünen und Linken beantragen wir eine Änderung der Gebührensatzung für die Unterbringung von Geflüchteten. Damit soll eine rückwirkende Erhebung von Gebühren verhindert werden, so dass die Betroffenen mit ihrem Gebührenbescheid Wohngeld beantragen können, statt auf horrenden Nachforderungen sitzenzubleiben.

A 25_SVV_0005 Gebührensatzung Gemeinschaftsunterkünfte Geflüchtete

Außerdem reichten unsere sechs Stadtverordneten mit 32 anderen Stadtverordneten zusammen einen Antrag zur Abwahl des Oberbürgermeisters ein.  Diesen Antrag kann man nachlesen und anfassen. Wenn DIE aNDERE sich beteiligt, werden Anträge natürlich transparent und klar begründet. Sogar die Unterschriften werden im Ratsinformationssystem veröffentlicht.

A 24_SVV_1458 Abwahl OBM Endfassung

Auch kurz vor Weihnachten wird in unserer Fraktion noch fleißig gearbeitet. Unsere Stadtverordneten haben die ersten Anträge für die SVV.Sitzung am 22. Januar 2025 fertiggestellt.

Wir beantragen, dass die Stadtverwaltung endlich transparent über die Möglichkeiten des neuen Selbstbestimmungsgesetzes informiert, dass die ProPotsdam keine städtischen Wohnungen mehr verkauft und dass die freien Kulturträger vorläufige Zuwendungsbescheide bis zur Verabschiedung des Haushaltes erhalten, damit sie ihre laufenden Ausgaben tätigen können und zumindest ein wenig Planungssicherheit bekommen.

A 24_SVV_1417 Info Selbstbestimmungsgesetz

A 24_SVV_1432 Kein Verkauf von Wohnungen

A 24_SVV_1433 Vorläufige Bescheide freie Kulturträger

Weitere Anträge werden noch ausgearbeitet oder mit anderen Fraktionen abgestimmt.

Wir wünschen allen ein paar erholsame freie Tage und einen entspannten Jahreswechsel!