Am Freitag, 31. Juli 2026, jährt sich die Ermordung des Potsdamer Demokraten und Revolutionärs Max Dortu durch ein preußisches Erschießungskommando zum 177. Male.
Seit einem Vierteljahrhundert erinnern wir an seinem Geburtshaus in der Max-Dortu-Schule in der Dortustraße 28/29 an dieses Ereignis.
Diesmal beginnt das Gedenken 17 Uhr. Ute Grimm, Bernt Armbruster und Christian Leonhard lesen Texte zur 1848er Revolution. Gern können auch Blumen mitgebracht werden.

Am Mittwoch, 22. Juli 2026, 18 Uhr, öffnet die Bibliothek der verbrannten Bücher auf dem Potsdamer Bassinplatz wieder zur monatlichen Lesung. Diesmal lesen wir ausgewählte Texte aus dem Gedicht-Band „Ein Mensch unserer Zeit“ von Johannes R. Becher, der zu den 1933 von den Anhängern des NS-Regimes öffentlich verbrannten Büchern gehört. Johannes R. Becher, einer der wichtigsten Vertreter des literarischen Expressionismus, wurde am 22. Mai 1891 in München geboren. Seine Kindheit und Jugend waren von extremen Konflikten geprägt. Sein Vater, Richter am Münchner Oberlandesgericht, drängte ihn zur Offizierslaufbahn, aber Becher wollte Dichter werden. 1910 erschoss er bei einem gemeinsamen Suizid-Versuch seine Jugendliebe Franziska Fuchs, er selbst überlebte schwer verletzt. Becher suchte Halt, wurde Lyriker, gab sich der Morphiumsucht hin, lebte in einer anarchistischen Kommune, trat in die USPD, später in die KPD ein, verließ die Partei wieder und wurde 1923 erneut Mitglied. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten floh er über die Tschechoslowakei nach Moskau und überlebte in der Sowjetunion den Krieg und den stalinistischen Terror. Im Mai 1945 kehrte er mit der „Gruppe Ulbricht“ nach Berlin zurück, wurde Präsident des Kulturbundes und erster DDR-Kulturminister. 1949 verfasste er den Text der DDR-Nationalhymne „Auferstanden aus Ruinen“, der nach der Melodie von Hanns Eisler bis 1971 gesungen wurde. Danach wurde die Hymne nur noch instrumental aufgeführt. Nach seinem Tod im Jahr 1958 wurde er, entgegen seines schriftlich hinterlegten letzten Willens, mit einem bombastischen Staatsbegräbnis geehrt und in einem Nachruf im „Neuen Deutschland“ zum „größten deutschen Dichter der neuesten Zeit“ erklärt. Johannes Bobrowski widersprach diesen Phrasen. Für ihn war Becher der „größte tote Dichter bei Lebzeiten“ einer, den „niemand hörte und las“ – obwohl er lebte und schrieb.

Wir freuen uns über Euer Kommen und gern auch über Buchspenden. Mehr Informationen und die aktuelle Bestandsliste findet Ihr hier: www.gedenkort-verbrannte-buecher.de und hier: https://www.verbrannte-buecher.de

Der Potsdamer Norden ist einer barrierefreien Querung des Bahnhofs Marquardt einen großen Schritt näher gerückt.

Am 26.02.2026 hatte die Stadtverordnetenversammlung auf Antrag unserer Fraktion beschlossen, die Oberbürgermeisterin mit der Prüfung mehrerer Optionen zu beauftragen, um die Finanzierung zu sichern (25/SVV/1091-001). In erster Linie sollte eine aktuelle Prognose erarbeitet werden, wie viele Ein- und Ausstiege am Bahnhof Maquardt künftig zu erwarten sind.

Daneben sollte eine Finanzierung aus dem Sondervermögen des Bundes geprüft und eine Änderung des alten Städtebaulichen Vertrages zum B-Plan Friedrichspark verhandelt werden.

Nun liegt das Prüfergebnis (26/SVV/0558) vor, das uns darin bestätigt, eine umfassende Prüfung durchgesetzt zu haben, statt wie die CDU in ihrem Antrag 25/SVV/1091-002 allein auf eine Finanzierung aus dem Sondervermögen des Bundes zu setzen. Während die anderen Prüfungen erfolglos verliefen, prognosziziert die Stadtverwaltung wegen des geplanten Ausbaus der Ortsteile Marquardt und Fahrland-Krampnitz eine deutlich stärkere Nutzung des Bahnhofs Marquardt in den kommenden Jahren:

„Im Rahmen der Erstellung des Stadtentwicklungskonzepts Verkehr wurde das Verkehrsmodell der Landeshauptstadt Potsdam mit dem Prognosehorizont 2040 fortgeschrieben. Die zugrunde liegenden Strukturdaten beinhalten für den Prognosehorizont 2040 im Prognoseplanfall einen Einwohnerzuwachs in Marquardt (+840 Einwohner) und Krampnitz (+10.230 Einwohner) sowie eine Zunahme der Erwerbstätigkeit in Marquardt (+1.400 Arbeitsplätze, inkl. Friedrichspark) und Krampnitz (+3.800 Arbeitsplätze). Weiterhin wird die Linie RB 23 bis Wustermark über Marquardt als Maßnahme angenommen. Unter diesen Annahmen werden für den Bahnhof Marquardt 2.100 Ein-/Aussteiger in 2040 prognostiziert.

Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Prognose auf Annahmen beruht, die zum jetzigen Zeitpunkt getroffen werden und damit selbstverständlich Risiken und Unsicherheiten verbunden sind, welche aus der Komplexität makroskopischer Modelle sowie der Qualität der Datengrundlage resultieren (z.B. Änderung der Bevölkerungsprognose, abweichende Entwicklung der zu Grunde gelegten Strukturdaten).“

Bisher hatte die Deutsche Bahn mehrfach mitgeteilt, dass der barrierefreie Umbau nur bei Bahnhöfen in Frage kommt, die mindestens 1.000 Ein- und Ausstiege täglich erreichen und war davon ausgegangen, dass der Bahnhof Marquardt nicht einmal 300 erreicht. Mit der neuen Prognose von 2.100 Ein- und Umstiegen pro Tag im Jahr 2040 besteht nun eine deutlich bessere Grundlage, den barrierefreien Umbau am Bahnhof Marquardt einzufordern.

DIE aNDERE wird sich auch weiterhin dafür einsetzen, dass dieses wichtige Vorhaben möglichst bald umgesetzt wird.