Seit einigen Jahren setzt sich DIE aNDERE dafür ein, Plätze in Babelsberg nach Frauen zu benennen, die sich in der Nowaweser Arbeiter*innenbewegung politisch und sozial engagiert haben. Bereits 2023 stimmten die Stadtverordneten für die Benennung der Grünfläche gegenüber des Oberlinhauses nach der Kinderbuchautorin Martha Ludwig (23/SVV/0087).

Über einen Vorschlag der Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes zur Benennung von sechs weiteren Plätzen nach Frauen aus Nowawes wurde im Fachgremium Erinnerungskultur kontrovers diskutiert. Im Ergebnis schlug das Germium in einer Stellungnahme vor, auf einer Tafel stellvertretend an zwei dieser sechs Frauen zu erinnern. Allerdings sah das Gremium bei drei der vorgeschlagenen Frauen noch Klärungsbedarf. Außerdem hielt es das Wirken aller sechs Frauen für nicht ausreichend, um damit eine Straßenbenennung zu begründen.

Diese Einschätzung teilte eine große Mehrheit der Stadtverordneten nicht, als 2025 die Benennung von Plätzen nach Wally Lehnert, Olga Bathe und Anna Müller beschlossen wurde (25/SVV/0186).

Am 24. April 2026 jährt sich die Befreiung Babelsbergs zum 81. Mal. Im Roten Nowawes trafen die sowjetischen Soldaten 1945 auf keinen Widerstand. Vielmehr hatte Wally Lehnert mit Freunden und einige Zwangsarbeiterinnen die Panzersperren in der Nacht weggeräumt. Ganz in der Nähe dieses Ortes erinnert nun ein Straßenschild an Wally Lehnert.

17 Uhr werden die Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes und die VVN-BdA es feierlich einweihen.

 

 

Wenn am 6. Mai wieder die Stadtverordnetenversammlung tagt, stehen einige neue Anträge der Fraktion DIE aNDERE auf der Tagesordnung.

Wir beantragen eine Wanderungsmotivbefragung um herauszufinden, was Menschen zum Umzug in oder zum Wegzug aus Potsdam bewegt, die Erhöhung der Parkgebühren und mehr Geschwindigkeitskontrollen in der Stadt, eine Reformierung des Vergabeverfahrens für die PLuS-Projekte von Jugendhilfeträgern an Schulen und eine frühzeitige Ausschreibung freiwerdender Beigeordnetenposten, um eine ordnungsgemäße Einarbeitung und Amtsübergabe zu ermöglichen.

 

A 26_SVV_0311 Motive Umzüge

A 26_SVV_0312 Parkgebührenordnung 2. Versuch

A 26_SVV_0313 Bußgelder Blitzer

A 26_SVV_0314 Vergabeverfahren PLuS Projekte

A 26_SVV_0315 Frühzeitige Ausschreibung Beigeordnetenposten

 

Auch in der nächsten SVV-Sitzung gibt es wieder einen LIVE-Ticker bei Signal.

Wer dabei sein möchte, wenn wir das Treiben aus unserer Perspektive berichten und kommentieren, kann sich über den hier hinterlegten Link anmelden.

 

 

Am Mittwoch, dem 22. April, öffnet die Bibliothek der verbrannten Bücher 18 Uhr auf dem Bassinplatz ihre Tür. Diesmal lesen wir aus dem 1933 von den Nationalsozialisten verbrannten Buch „Wege der Liebe“ von Alexandra Kollontay.

Alexandra Kollontay (1872-1952) war eine sowjetische Revolutionärin, Diplomatin u. Schriftstellerin. Als Volkskommissarin für soziale Fürsorge war sie die erste Frau im Kabinett unter Lenin. Sie setzte sich vor allem für die arbeitsrechtl. Gleichstellung der Frau, die Verbesserung des Mutterschutzes sowie für die kollektive Kindererziehung und die Möglichkeit für Schwangerschaftsabbrüche ein. Diese Themen behandelt Kollontay auch in ihrem Buch „Wege der Liebe“, das 1925 vom Berliner Malik Verlag veröffentlicht wurde und drei Erzählungen umfasst.

 

 

Wir freuen uns über Euer Kommen und wie immer auch über Buchspenden. Mehr Informationen und die aktuelle Bestandsliste findet Ihr hier: www.gedenkort-verbrannte-buecher.de und hier: https://www.verbrannte-buecher.de/autor_in/gnd/118564935.

Eine Bürgerin aus der Brandenburger Vorstadt machte unsere Fraktion darauf aufmerksam, dass auf der Webseite www.mobil-potsdam.de  Aufnahmen des Verkehrsraumes von mehr als 60 Überwachungskameras gezeigt werden. Dort werden im Abstand von wenigen Sekunden aktuelle Fotos aller Kameras angezeigt. Dabei sind regelmäßig auch Hauseingänge und Bürgersteige erkennbar. Als Herausgeberin der Seite  ist die Stadtverwaltung angegeben.

Unsere Fraktion hat eine Kleine Anfrage eingereicht, um herauszufinden, auf welcher Rechtsgrundlage die Veröffentlichung dieser Fotos erfolgt, welcher Zweck damit verfolgt wird und warum die überwachten Stadträume nicht ausgeschildert sind. Die Antwort der Verwaltung beantwortet diese Fragen nicht, sondern offenbart in erster Linie das fehlende Problembewusstsein.

Anhand der Aufnahmen lässt sich für einige Stadträume z.B. beobachten, wann jemand das Haus täglich verlässt oder wieder betritt oder ob die Ex allein nach Hause kommt. Auf der anderen Seite ist nicht einmal im Ansatz erkennbar, welches legitime Interesse daran besteht, solche Fotos öffentlich zu verbreiten und warum die Betroffenen nicht darüber informiert werden, dass sie in einem öffentlichen Raum unterwegs sind, in dem sie fotografiert werden.

DIE aNDERE prüft bereits, wie diese unnötige und datenschutzrechtlich fragwürdige Maßnahme beendet werden kann.