Am Freitag, dem 5. Juni geht es mit DIE aNDERE ON TOUR. Diesmal laden wir zu einem informativen Rundgang durch die jüngere und ältere Geschichte unserer Hochburg Babelsberg ein. Thematischer Schwerpunkt sollen die sozialen Kämpfe und die Wohnungspolitik vom Roten Nowawes bis in die Babelsberger Sanierungsgebiete sein. Aber sicher wird es ohne ein paar Anekdoten zum Arbeitersport und einige Schlenker zur Gedenkpolitik nicht abgehen. Und vielleicht gibt es am Ende noch einen Ausklang in irgendeinem Biergarten. Also, wir treffen uns 18 Uhr am Rathaus Babelsberg. The future is unwritten.

Am 22. Mai 2026 feierte der Gedenkort „Bibliothek der verbrannten Bücher“ seinen 2. Geburtstag auf dem Potsdamer Bassinplatz. Unsere Stadtverordneten Bianca Zeller und Christian Raschke sind der Einladung gefolgt und hatten auch eine Buchspende mitgebracht.

Unsere Wählergruppe hatte die rote Telefonzelle einst gekauft und aufgestellt, um daran zu erinnern, dass hier endlich an die Bücherverbrennung erinnert werden soll – so wie es die Stadtverordneten 2020 beschlossen haben.

In den letzten Jahren hat die Initiative Gedenkort “Bibliothek der verbrannten Bücher“ bei jedem Wetter und trotz zahlreicher Angriffe und Beschmierungen monatliche Lesungen  aus den verbrannten Werken organisiert.

Dass diesmal mehr als 100 Menschen teilnahmen und die grandiose Präsentation der Texte von Erich Mühsam durch Manja Präkels und Markus Liske genossen, zeigt, dass die rote Bücherzelle längst zu einem lebendigen Erinnerungsort geworden ist. Herzlichen Glückwunsch.

 

Mit großem Entsetzen und Enttäuschung nimmt unsere Fraktion die derzeit stattfindende Räumung des besetzten Hauses in der Tornowstraße 40 auf Hermannswerder zur Kenntnis. Diese Räumung erfolgt ohne erkennbare Notwendigkeit und setzt ein völlig falsches Zeichen in einer Zeit, in der die Wohnungsnot in Potsdam immer weiter eskaliert.

Die Besetzerinnen und Besetzer sind in den vergangenen Tagen in keiner Weise negativ aufgefallen. Im Gegenteil: Sie treten friedlich, offen und nachbarschaftlich auf und haben deutlich gemacht, dass ihr Protest auf die desaströse Wohnungsmisere in unserer Stadt aufmerksam machen soll. Sie benötigen selbst dringend Wohnraum und haben in der Tornowstraße 40 einen leerstehenden Ort vorgefunden, den sie gemeinschaftlich nutzen wollten.

Besonders unverständlich ist die Räumung auch deshalb, weil die Bewohnerinnen und Bewohner wiederholt erklärt haben, das Gelände freiwillig zu verlassen, sofern die Landeshauptstadt Potsdam verbindlich zusichert, dass das Areal durch die ProPotsdam entwickelt und dort sozialer Wohnraum geschaffen wird.

Statt auf Eskalation und Räumung zu setzen, braucht es jetzt politischen Willen, um Lösungen für bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Die Situation in der Tornowstraße 40 zeigt einmal mehr, wie groß der Handlungsdruck in Potsdam ist. Wer friedlichen Protest räumt, ohne gleichzeitig Perspektiven für sozialen Wohnungsbau und bezahlbares Wohnen zu schaffen, verkennt die Realität vieler Menschen in unserer Stadt.

Unsere Fraktion fordert die Landeshauptstadt auf, die Räumung umgehend auszusetzen und endlich Gespräche über die Zukunft des Geländes sowie über die Schaffung sozialen Wohnraums aufzunehmen.

 

Seitdem vor drei Jahren die Gebühren für Geflüchtete in Gemeinschaftsunterkünften drastisch erhöht wurden, setzt sich DIE aNDERE dafür ein, dass diese Gebühren erst mit Zustellung des Gebührenbescheides fällig werden und dass es zumindest Härtefallregelungen geschaffen werden, die berufstätige Geflüchtete entlasten. In den letzten 2 Jahren hatten die Integrationsbeauftragte und der Migrantenbeirat in einer Arbeitsgruppe mit der Stadtverwaltung einen Kompromiss erarbeitet. Dieser sieht vor, dass die Gebühr für berufstätige Geflüchtete, die sich Wohnräume mit fremden Personen teilen, um 80% gesenkt wird. Wer Küche und Bad nicht allein nutzen kann, sollte eine Gebührenermäßigung um 60% beanspruchen können.

Die Stadtverwaltung legte nun eine neue Gebührenordnung vor, in der nur Ermäßigungen um 50% bzw. 40% vorgesehen waren (Ds 26/SVV/0377). Der Migrantenbeirat positionierte sich deutlich für eine stärkere Entlastung und protestierte vor der Sitzung des Ausschusses für Gesundheit, Soziales, Wohnen und Integration am Dienstag gegen überhöhte Gebühren und für wohnungsähnliche Unterbringung. Vor dem Sitzungsgebäude war mit Kreide ein typisches Zimmer einer Gemeinschaftsunterkunft aufgemalt, für das pro Kopf fast 470 Euro Gebühr pro Monat erhoben werden.

Auf Initiative unserer Fraktion wurde in der von unserem Ausschussvorsitzenden Christian Raschke geleiteten Sitzung mit großer Mehrheit ein gemeinsamer Änderungsantrag von Anderen, Grünen und Linken beschlossen, der die Gebührenermäßigung für berufstätige Geflüchtete wieder auf die Werte festsetzt, die in der Arbeitsgruppe vereinbart wurden (Ds 26/SVV/0377-001).

Ein zweiter Antrag, den DIE aNDERE mit Grünen, Linken und SPD eingebracht hatte, wurde ohne Gegenstimmen angenommen und verpflichtet die Oberbürgermeisterin zu einer regelmäßigen Evaluierung der Härtefallregelungen (Ds 26/SVV/0377-002).

Mehr als zwei Jahre sind inzwischen vergangen, seit die Bürgerinitiative Medienstadt am 10. April 2024 die Petition „Stoppt den Turmbau in der Medienstadt – für eine maßvolle Bebauung von Potsdam-Babelsberg“ mit 2.200 Unterschriften an den Oberbürgermeister und die Potsdamer Stadtverordnetenversammlung übergab.

 

In der Petition wurden vor allem ein transparentes Planverfahren, eine adäquate Bedarfsanalyse und die angemessene Berücksichtigung ökologischer, verkehrlicher und nachbarschaftlicher Belange eingefordert. Die Stadtverwaltung empfahl mit der Drucksache 24/SVV/0802 postwendend die Zurückweisung der Petition. Allerdings wird die Abstimmung darüber im zuständigen Ausschuss für Stadtentwicklung, Bauen und Entwicklung des ländlichen Raumes seitdem immer wieder zurückgestellt.

 

Seit Monaten mehren sich Presseberichte darüber, dass das Projekt Media City kräftig abgespeckt werden soll. Zuletzt war sogar davon die Rede, dass auf den Libeskind-Turm verzichtet werden und statt Gewerbe mehr Wohnraum entstehen soll. Das zeigt, dass offenkundig sogar die Investoren selbst erkannt haben, dass die Dimension der geplanten Baumassen und die Art der vorgesehenen nicht mehr zeitgemäß ist. Alles spricht dafür, die Petition schnell anzunehmen und die bisherigen Baupläne auf ein stadtteilverträgliches Maß zu reduzieren.

 

Unsere Stadtverordnete Anja Heigl hat daher im Bauausschuss gefordert, die Abstimmung über die Petition nicht länger zu verzögern und die längst überholten Argumente der Verwaltung für eine Zurückweisung der Petition abzulehnen. Leider folgte eine große Mehrheit aber dem Antrag des SPD-Stadtverordneten Frank Reich, die Abstimmung erneut zu vertagen.

 

Wenn Entscheidungen über Petitionen solange vertagt werden bis eine Abstimmung überflüssig geworden ist, braucht man sich nicht darüber wundern, dass engagierte Bürger*innen das Vertrauen in demokratische Parteien und Prozesse verlieren.

 

Zum 93. Mal jährt sich die Verbrennung von Büchern in Potsdam – Die BIBLIOTHEK DER VERBRANNTEN BÜCHER wird 2 Jahre alt wir laden ein zum Gedenken am Freitag, 22. Mai 2026 um 18 Uhr auf dem Bassinplatz. Manja Präkels und Markus Liske werden Werke von Erich Mühsam zu Gehör bringen. Bereits 2001 riefen die beiden das Erich-Mühsam-Festival ins Leben und haben mit ihrer Band „Der singende Tresen“ zahlreiche Texte von E. Mühsam vertont. Der anarchistische Schriftsteller, Publizist und Antimilitarist Erich Mühsam wurde als einer der eindringlichsten und frühesten Warner vor dem Nationalsozialismus 1934 im KZ Oranienburg ermordet. „Ich hab’s mein Lebtag nicht gelernt, mich fremdem Zwang zu fügen. Jetzt haben sie mich einkasernt, von Heim und Weib und Werk entfernt. Doch ob sie mich erschlügen: Sich fügen heißt lügen!“ Erich Mühsam Wir lesen seit 2 Jahren aus den Schriften, die 1933 von den Nazis in Potsdam und Babelsberg verbrannt worden sind. So bleiben Autor:innen und Ihre Werke lebendig und erlebbar.

 

Die Fraktion DIE aNDERE erklärt sich solidarisch mit den Besetzer*innen der Tornowstraße 40 auf Hermannswerder.

Seit Freitagnachmittag haben junge Menschen ein seit Jahren leerstehendes Haus des Kommunalen Immobilienservice der Landeshauptstadt Potsdam besetzt. Ihr Ziel ist bezahlbarer Wohnraum in einer Stadt, in der für viele Menschen kaum noch erschwinglicher Wohnraum zur Verfügung steht.

Die Besetzer*innen haben bereits Kontakt zur Nachbarschaft aufgebaut und machen ihre Anliegen durch verschiedene öffentliche Aktionen und Veranstaltungen für Interessierte sichtbar. Ihre Forderung, das Gebäude und Grundstück als alternative Wohnform nutzen zu können, unterstützen wir ausdrücklich.

Zudem fordern wir eine politische Lösung für die betroffenen Menschen und keine Eskalation, wie sie derzeit von der CDU betrieben wird. Wir unterstützen die jungen Menschen in ihrer Forderung nach Wohnraum, solange es keine anderweitigen Nutzungsperspektiven seitens der Landeshauptstadt Potsdam für das Gebäude gibt.

Steigende Wohnungslosigkeit, anhaltende Gentrifizierung und eine seit Jahren bestehende Wohnraumkrise geben den Besetzer*innen recht. Im Falle einer Beendigung der Besetzung oder einer Räumung muss den jungen Menschen eine adäquate Alternative angeboten werden.

Wir stehen für einen Vermittlungsprozess bereit.

Für das Recht auf Wohnraum!

 

 

Die neue Ausgabe unserer Wählergruppenzeitung ist im Druck. Für alle, die es nicht erwarten können oder sie lieber papierfrei lesen wollen, haben wir sie hier abgelegt.

Diesmal geht es um andere Perspektiven auf Plattners Pläne am Brauhausberg, um
alternative und lebendige Erinnerungskultur in Potsdam, um „Ihr kriegt uns nicht klein! Solidarisch in Brandenburg“, um Dinge, die in Cottbus, Pritzwalk und Schwedt möglich sind, in Potsdam aber nicht, um die Anmaßung der Garnisonkirchenstiftung vor der Insolvenz, um die Wohnungspolitik der Fürsten und Sozialdomokraten, um die neue Geschäftsordnung der Stadtverordneten, um unsere Aktivitäten für soziale Erhaltungssatzungen und gegen die Geschäftspraktiken der Firma Kirsch & Drechsler vor einem Vierteljahrhundert, um Schnupperwochen und Stadterkundungstouren mit DIE aNDERE und um die Gesichter derjenigen, die in dieser Rotationsrunde die Farben unserer Wählergruppe in der SVV vertreten, damit die Welt besser wird.