Am Sonntag, dem 22. Februar, öffnet die Bibliothek der verbrannten Bücher auf dem Potsdamer Bassinplatz am Vormittag um 11 Uhr.
Wir laden zu einer kurzen Lesung ein, und es gibt die Möglichkeit, weitere Bücher einzustellen.
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Am Sonntag, dem 22. Februar, öffnet die Bibliothek der verbrannten Bücher auf dem Potsdamer Bassinplatz am Vormittag um 11 Uhr.
Heute berichtet die Lokalpresse über einen Antrag von SPD, CDU, Grüne-Volt und FDP zur Überarbeitung der neuen Geschäftsordnung der Stadtverordnetenversammlung.
Die geplante Beschränkung der Redezeit und die Reduzierung überflüssiger Ausschussüberweisungen durch sofortigen SVV-Beschluss tragen wir mit. Die entsprechenden Neuerungen im Antrag beruhen auf Vorschlägen unserer Fraktion.
Allerdings enthält der Antrag auch gravierende und inakzeptable Einschnitte in die Rechte der Stadtverordneten.
Insbesondere lehnen wir es ab, dass die Anträge der Fraktionen künftig im Regelfall nur noch in den Fachausschüssen beraten werden sollen und dass die Stadtverordnetenversammlung deren Voten nur noch ohne Diskussion per Blockabstimmung absegnen soll. Nur in begrenzten Ausnahmefällen soll es noch möglich sein, eigene Anträge in die Stadtverordnetenversammlung einzubringen oder diese nach der Behandlung in den Ausschüssen noch einmal in der SVV zu diskutieren.
Das ist schon deshalb bedenklich, weil dieses Verfahren dazu führt, dass Stadtverordnete kleiner Fraktionen, die in den Ausschüssen kein Rederecht haben, nicht einmal zu ihren eigenen Anträgen mitdiskutieren und über sie abstimmen dürfen, wenn eine Mehrheit das nicht für ausnahmsweise erforderlich hält. Wir bezweifeln, dass so eine Praxis überhaupt verfassungsrechtlich haltbar wäre.
Für DIE aNDERE sind Minderheitenrechte auch dann nicht verhandelbar, wenn es durch ihre Inanspruchnahme mal etwas länger dauert. Nur wenn Argumente in öffentlichen Debatten ausgetauscht werden und wenn die Bevölkerung nachvollziehen kann, für welche Positionen die einzelnen Stadtverordneten und Fraktionen stehen, entsteht Akzeptanz für demokratische Prozesse und Entscheidungen.
Außerdem lehnen wir es ab, namentliche Abstimmungen nur noch durchzuführen, wenn dies mindestens sechs Stadtverordnete beantragen. Bisher wird namentlich abgestimmt, wenn eine Fraktion das fordert. DIE aNDERE fordert statt einer Beschränkung der Minderheitenrechte die Einführung eines elektronischen Abstimmungstools. Dadurch kann nicht nur viel Sitzungszeit bei den Abstimmungen und Auszählungen gespart werden, sondern auch transparent dokumentiert werden, wie die einzelnen Stadtverordneten im öffentlichen Teil der Sitzung abgestimmt haben.
Auch die Verkürzung der Fragestunde und der Debatte um den Bericht der Oberbürgermeisterin halten wir für überflüssig, wenn die Sitzungsleitung weniger umständlich agiert und sich nicht immer wieder in neuen Rechtsauslegungen verheddert.
Seit Jahren setzt sich DIE aNDERE für eine Verkürzung der Bearbeitungszeiten in der Einbürgerungsbehörde ein. Dazu haben wir nicht nur zahlreiche Anfragen und Anträge eingereicht, sondern auch gemeinsam mit dem Migrantenbeirat Kundgebungen vor dem Einbürgerungsfest des Landes im Hans-Otto-Theater und vor der Stradtverordnetenversammlung organisiert.
So konnten wir in der Einbürgerungsbehörde eine Aufstockung von drei auf elf Personalstellen durchsetzen. Die Zahl der bearbeiteten Anträge hat sich in den letzten Jahren – auch durch eine engagierte neue Behördenleitung – vermehrfacht.
Dennoch verlängerte sich die Bearbeitungszeit bei den Einbürgerungen in den letzten Jahren erheblich, weil mehr Anträge gestellt wurden und weil nun auch lange unbearbeitete Anträge in die Statistik eingehen und diese ehrlicher machen.
Wie weit die Behörde mit der Abarbeitung der Anträge im Rückstand ist, kann man nun auch transparent auf der Homepage der Stadt nachsehen. Am 15. Januar 2026 wurden die Anträge bearbeitet, die Ende Juli 2023 eingereicht wurden.
Im benachbarten Berlin gibt es sehr gute Erfahrungen mit dem Online-Antrag. Die Bearbeitungszeit konnte bei diesen Anträgen oft halbiert werden. Deshalb wollen wir diese Möglichkeit auch in Potsdam nutzen. Hier kann man zwar auch seit längerer Zeit Einbürgerungsanträge online stellen, allerdings werden die Unterlagen bisher nur ausgedruckt und dann konventionell bearbeitet. Deshalb haben wir uns schlau gemacht, welche technischen Möglichkeiten genau geschaffen werden müssen, um das Verfahren effektiv zu gestalten. Wir haben einen entsprechenden Antrag gestellt und dafür mit der Unterstützung der Integratitionsbeauftragten, des Migrantenbeirates und der progressiven Fraktionen der SVV eine Mehrheit organisiert. Die Oberbürgermeisterin hat nun offiziell mitgeteilt, dass „die Einführung elektronischer Fallakten für Einbürgerungsverfahren ab dem Jahr 2027 vorgesehen“ ist.
Wir hoffen, dass dies zu einer deutlichen Beschleunigung der Einbürgerungsverfahren beiträgt.
Ab Jahresbeginn gelten neue gesetzliche Regelungen zum Wehrdienst. Die Kampagne gegen Wehrpflicht, Zwangsdienste und Militär bietet aus diesem Anlass wieder eine regelmäßige Beratung zu allen Fragen der Kriegsdienstverweigerung an.
Interessierte können ohne Termin oder Voranmeldung ab dem 08. Januar 2026 immer donnerstags von 18 bis 20 Uhr das freiLand (Potsdam, Friedrich-Engels-Straße 22, Haus 1, Seminarraum 1) aufsuchen.
Die Beratung ist nicht nur für die besonders betroffenen Geburtsjahrgänge ab 2008 sinnvoll, sondern gern auch für Eltern und Angehörige. Außerdem empfehlen wir Reservist*innen der Bundeswehr, die den Kriegsdienst verweigern wollen, dringend eine kompetente Beratung in Anspruch zu nehmen.
Nach dem gewaltsamen Angriff auf die BIBLIOTHEK DER VERBRANNTEN BÜCHER haben wir den Gedenkort repariert und werden ihn als lebendigen Erinnerungsort pflegen, denn Erinnern ist Arbeiten an der Zukunft.
Am Samstag, 22. November 2025 hören wir ab 11 Uhr auf dem Bassinplatz aus den „Abenteuer(n) des braven Soldaten Schwejk“ – dem antimilitaristischen Schelmenroman von Jaroslav Hašek. Schwejk ist das Sinnbild der individuellen Revolte gegen Diktatur und Kriegstreiber. Bissige Komik strahlt Bertolt Brechts „Legende vom toten Soldaten“ aus, die wir in der Vertonung Ernst Buschs hören werden.
Das Lesen aus den Werken unserer Bibliothek ist Erinnern und Zukunft gestalten zugleich. Das können wir nur gemeinsam!
Wir sind daher dankbar für die vielfache Solidarität, die wir erfahren haben und das geteilte Entsetzen, vor allem aber auch für die zugesagten Buchspenden.
Bringen Sie gern Bücher von der Liste mit und lassen Sie die Bibliothek weiter wachsen.
gedenkort-verbrannte-buecher.de
Initiative Gedenkort verbrannte Bücher
Auch in der Dezembersitzung der Stadtverordnetenversammlung stehen wieder neue Anträge unserer Fraktion auf der Tagesordnung.
Diesmal geht es um die Barrierefreiheit am Bahnhof Marquardt, um die temporäre Ausweisung von Schulstraßen an der Internationalen Schule, um einen Erinnerungsort an den Antifaschisten Paul Kühne und um die Schaffung von Kletterwänden an Parkhäusern und Gebäuden.
A 25_SVV_1069 Erinnerungsort Paul Kühne
A 25_SVV_1080 Schulstraße Internationale Schule
A 25_SVV_1091 Barrierefreier Bhf Marquardt
Ihr habt es längst gehört: Die Bundeswehr will euch an die Wäsche. Die Kampagne gegen Wehrpflicht, Zwangsdienste und Militär wird ab Januar 2026 einen wöchentlichen Beratungstermin anbieten. Bereits jetzt arbeiten wir an einer effektiven Beratungsstrategie und klären die organisatorischen Fragen. Aber wer bis dahin nicht tatenlos bleiben möchte, kann schon heute Widerspruch gegen die Weitergabe seiner/ihrer Daten an die Bundeswehr einlegen und damit ein Zeichen gegen Militarisierung und Mobilmachung setzen.
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Auf der Homepage der Stadt Potsdam heißt es dazu ganz offiziell: Nach § 58b des Gesetzes über die Rechtsstellung der Soldaten (Soldatengesetz-SG) können sich Frauen und Männer, die Deutsche im Sinne des Grundgesetzes sind, verpflichten, freiwilligen Wehrdienst zu leisten. Zum Zweck der Übersendung von Informationsmaterial übermitteln die Meldebehörden dem Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr aufgrund § 58c Soldatengesetz jährlich bis zum 31. März folgende Daten zu Personen mit deutscher Staatsangehörigkeit, die im nächsten Jahr volljährig werden:
Die Datenübermittlung unterbleibt, wenn die Betroffenen ihr nach § 36 Absatz 2 Bundesmeldegesetz widersprochen haben. Das Formular „Widerspruch gegen die Übermittlung von Meldedaten an das Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr“ sendet ihr bitte an die
Landeshauptstadt Potsdam
Bereich Bürgerservice
Friedrich-Ebert-Straße 79/81
14469 Potsdam
https://vv.potsdam.de/vv/produkte/173010100000008714.php
Also klickt euch durch und sagt es gern weiter!
Am vergangenen Wochenende fand in der Kulturscheune Marquardt eine Veranstaltung des Vereins Bürgergemeinschaft für gesundes und selbstbestimmtes Leben e. V. statt. Unter dem Deckmantel einer literarischen Lesung traten dort Autorinnen und Autoren aus dem rechten bis rechtsextremen Spektrum auf, die Presseberichten zufolge zum Abriss der Brandmauer aufriefen und für die Buchmesse „Seitenwechsel“ in Halle warben – eine Veranstaltung, bei der bekannte Vertreter des rechtsextremen Spektrums am Wochenende des 9. Novembers versuchen, ihre demokratie- und menschenfeindlichen Positionen gesellschaftlich zu normalisieren.
Besonders befremdlich ist, dass sich der geladene Redner Uwe Tellkamp nach Angaben der Märkischen Allgemeinen Zeitung nicht nur bei der Vereinsvorsitzenden Susanne Müller-Rubelt, sondern ausdrücklich auch bei ihrem Ehemann, dem Potsdamer Baubeigeordneten Bernd Rubelt, für die Einladung bedankte. Diese Aussage wirft Fragen auf: Welche Rolle spielte Herr Rubelt bei der Organisation oder Ermöglichung dieser Veranstaltung – und bestand womöglich eine politische Einflussnahme zugunsten des Vereins?
Die Kulturscheune Marquardt ist eine von der Stadt Potsdam geförderte Einrichtung und gehört damit zu den Bürger- und Nachbarschaftshäusern, nach deren geltenden Regularien grundsätzlich keine parteipolitischen oder eindeutig politischen Veranstaltungen stattfinden dürfen. Sollte in diesem Fall eine Ausnahme gemacht oder eine solche Veranstaltung bewusst ermöglicht worden sein, muss transparent aufgeklärt werden, wie und warum dies geschehen konnte.
Zwar wurde die Lesung formal als literarische Veranstaltung angekündigt, womit sie die Vergaberegeln möglicherweise umging. Doch angesichts der nachweislich politischen Inhalte ist dies kein bloßer Formfehler, sondern ein gezielter Missbrauch öffentlicher Räume für die Verbreitung rechtsextremer Positionen.
Gerade deshalb erwarten wir von Herrn Rubelt als politischem Amtsträger eine eindeutige öffentliche Stellungnahme. Er muss klar darlegen, ob und in welcher Form er in die Veranstaltung involviert war und welche Haltung er zu den dort vertretenen Inhalten einnimmt. Eine unmissverständliche Distanzierung von rechtsextremen Bestrebungen ist nicht nur geboten, sondern Voraussetzung für das Vertrauen in die Integrität der Stadtverwaltung.
Die Stadt Potsdam steht für Demokratie, Vielfalt und gegenseitigen Respekt. Diese Werte dürfen nicht zur Disposition stehen – schon gar nicht in von der Stadt geförderten Einrichtungen.
Die Fraktionen Die Linke, SPD, DIE aNDERE
Unsere noch frische Fraktion hat für die Sitzung der Stadtverordneten im November 2025 mehrere Anträge gestellt.
Wir möchten, dass ab 2026 im Mai weniger auf städtischen Grünflächen gemäht wird, dass die Sperrung der Einfahrt in die Bahnhofstraße geprüft wird, dass eine Kampagne zur Begrünung von Balkonen gestartet wird, dass der Wochenmarkt während des Weihnachtsmarktes auf dem Bassinplatz weitergeführt wird und dass auch Alternativen für die Stadtteilarbeit geprüft werden, falls der Schulneubau in der Pappelallee scheitert.
A 25_SVV_0928 Verkehrsberuhigung Bhf Medienstadt
A 25_SVV_0929 Begrünung Balkone
A 25_SVV_1035 Durchführung Wochenmarkt während des Weihnachtsmarktes
EA 25_SVV_0814-001 Standort Stadtteilarbeit bei Wegfall Pappelallee
Als die Wählergruppe DIE aNDERE im Mai 2024 eine Telefonzelle kaufte und sie als provisorischen Gedenkort für die Bibliothek der verbrannten Bücher auf dem Bassinplatz aufstellte, gingen wir davon aus, dass sie dort nur kurz steht. Da sich die Ausschreibung und Umsetzung des offiziellen Gedenkortes der Landeshauptstadt Potsdam aber mehrfach verzögerte, hat die markante rote Telefonzelle inzwischen schon ihren ersten Geburtstag gefeiert. Die zivilgesellschaftliche Initiative, die am 22. jeden Monats Lesungen aus dem von ihr gesammelten Buchbestand organisiert, hat in dieser Zeit einiges erlebt. Im letzten Jahr hat sich ein fester Unterstützer*innenkreis gebildet. Mehrere Schulklassen besuchten den Gedenkort. Auch die neue Oberbürgermeisterin war schon mehrfach da und spendete sogar ein Buch. Andererseits gab es immer wieder respektlose, aber auch klar rechtsextreme Schmierereien. Mehrfach wurde die Bibliothek gewaltsam geöffnet, Bücher wurden gestohlen oder sogar vor dem Gedenkort verbrannt.
Am 22. Oktober wurden sämtliche Scheiben der Bibliothek offensichtlich mit großer Gewalt eingeschlagen und einige Bücher angezündet. Nach bundesweiten Presseberichten und zahlreichen Solidaritätsmails hat die Initiative nun eine eigene Homepage eingerichtet, die wir hiermit gern weiterempfehlen. www.gedenkort-verbrannte-buecher.de
Die Reparatur des Gedenkortes wurde bereits beauftragt. Am Samstag, dem 22. November 2025 findet um 11 Uhr die nächste Lesung auf dem Bassinplatz statt.
Wer die Initiative unterstützen möchte, kann an diesem Tag gern eines der Bücher spenden, die die Nazis 1933 im Land Brandenburg verbrannten. Die vom Moses-Mendelssohn-Zentrum für europäisch-jüdische Studien erstelle Bücherliste findet Ihr HIER.
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