Zerstörter Gedenkort an die Bücherverbrennung wird erneuert
Als die Wählergruppe DIE aNDERE im Mai 2024 eine Telefonzelle kaufte und sie als provisorischen Gedenkort für die Bibliothek der verbrannten Bücher auf dem Bassinplatz aufstellte, gingen wir davon aus, dass sie dort nur kurz steht. Da sich die Ausschreibung und Umsetzung des offiziellen Gedenkortes der Landeshauptstadt Potsdam aber mehrfach verzögerte, hat die markante rote Telefonzelle inzwischen schon ihren ersten Geburtstag gefeiert. Die zivilgesellschaftliche Initiative, die am 22. jeden Monats Lesungen aus dem von ihr gesammelten Buchbestand organisiert, hat in dieser Zeit einiges erlebt. Im letzten Jahr hat sich ein fester Unterstützer*innenkreis gebildet. Mehrere Schulklassen besuchten den Gedenkort. Auch die neue Oberbürgermeisterin war schon mehrfach da und spendete sogar ein Buch. Andererseits gab es immer wieder respektlose, aber auch klar rechtsextreme Schmierereien. Mehrfach wurde die Bibliothek gewaltsam geöffnet, Bücher wurden gestohlen oder sogar vor dem Gedenkort verbrannt.
Am 22. Oktober wurden sämtliche Scheiben der Bibliothek offensichtlich mit großer Gewalt eingeschlagen und einige Bücher angezündet. Nach bundesweiten Presseberichten und zahlreichen Solidaritätsmails hat die Initiative nun eine eigene Homepage eingerichtet, die wir hiermit gern weiterempfehlen. www.gedenkort-verbrannte-buecher.de
Die Reparatur des Gedenkortes wurde bereits beauftragt. Am Samstag, dem 22. November 2025 findet um 11 Uhr die nächste Lesung auf dem Bassinplatz statt.
Wer die Initiative unterstützen möchte, kann an diesem Tag gern eines der Bücher spenden, die die Nazis 1933 im Land Brandenburg verbrannten. Die vom Moses-Mendelssohn-Zentrum für europäisch-jüdische Studien erstelle Bücherliste findet Ihr HIER.

