Die Märkische Allgemeine berichtet über einen bizarren Streit an der Uni Potsdam. Dort verweigert die Leitung der Universität das Hissen der Regenbogenflagge an den offiziellen Fahnenmasten.

MAZ 21.06.2019 Debatte um Hissen der Regenbogenflagge

Diese Praxis wirkt im 21. Jahrhundert nicht nur provinziell und überholt, sie widerspricht auch dem gerade vorgelegten 7. Landesgleichstellungsbericht vom 28.05.2019 (DS 6/11468):

Die Hochschulen achten die vielfältigen Lebensentwürfe und setzen sich für ein respektvolles Miteinander im Bemühen um die Gewährleistung bestmöglicher Arbeits- und Studienbedingungen für alle Hochschulmitglieder und -angehörigen ein. Grundsätzlich wirken die Hochschulen aktiv geschlechtlichen und anderen Stereotypisierungen sowie Benachteiligungen entgegen. Sie bieten allen Hochschulmitgliedern und –angehörigen unter Anerkennung ihrer Leistungsfähigkeit Chancengleichheit und verhindern nachhaltig persönliche Abhängigkeiten.

Die Qualitätsstandards werden mit folgenden Maßnahmen als Beispiele umgesetzt:
• Verbesserung der Führungskultur an den Hochschulen;
• Integration von Gender- und Diversity-Aspekten in Lehre und Forschung;
• Gewährung von geschlechtergerechten und familienorientierten Arbeitsbedingungen an den Hochschulen;
• Bereitstellung einer Infrastruktur und Informationen zu Fragen von Gleichstellung und Familie an den Hochschulen.

Die UNIP und die FHP schlossen sich im Berichtszeitraum der Bundesinitiative „klischeefreie Studien
– und Berufswahl“ an, die sich für die Studienwahl jenseits von Geschlechterklischees und Rollenstereotypen einsetzt.

DIE aNDERE fordert die Universität Potsdam auf, diesen Ansprüchen des Landes Brandenburg Rechnung zu tragen. Das Hissen der Regenbogenfahne während der queeren Woche sollte für eine moderne Hochschule eine Selbstverständlichkeit sein.