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Auch am 22. Dezember gedenken wir an die Bücherverbrennung 1933 in Potsdam und Nowawes. Leider können wir am Sonntag nicht an der roten Bücherzelle auf dem Bassinplatz aus dem Bestand der „Bibliothek der verbrannten Bücher“ lesen, weil sich dort der Weihnachtsmarkt ausgebreitet hat. Wir danken dem Buchladen Sputnik, der am 22.12. für uns den Ofen heizt und 11 Uhr die Tür in der Charlottenstraße 28 öffnet.

Zu den 1933 verbrannten Bücher gehören die Romane „Jud Süß“ (1925) und „Erfolg“ (1930) von Lion Feuchtwanger. Sein Name stand auf der ersten Ausbürgerungsliste vom 25. August 1933, zusammen mit Alfred Kerr, Heinrich Mann, Kurt Tucholsky und Ernst Toller. Mit Feuchtwanger ging die deutsche Literatur ins Exil.

Klaus-Peter Möller vom Fontane-Archiv stellt den Autor vor und liest kurze Passagen aus seinem Werk.

Die Wählergruppe DIE aNDERE hat in den letzten Wochen mehrfach ausgiebig darüber beraten, ob sie sich an einer Initiative zur Abwahl des Oberbürgermeisters beteiligt.

Wir haben in den letzten Monaten dafür gesorgt, dass die Diskussion versachlicht und das Ergebnis des Ermittlungsverfahrens abgewartet wird.  Gleichzeitig haben wir vom Oberbürgermeister gefordert, die Sportförderung transparenter zu gestalten und  frühzeitig Details und Dimension der Ticket-Affäre offenzulegen. Diese Chance hat Mike Schubert leider nicht genutzt.

Ausschlaggebend für unsere Entscheidung zur Erarbeitung eines fraktionsübergreifenden Abwahlantrages ist allerdings der Totalausfall als Leiter der Stadtverwaltung. Mike Schubert hat noch nicht verstanden, dass die wichtigste Aufgabe des Oberbürgermeisters nicht die Absolvierung von Repräsentationsterminen ist, sondern die Organisation der Stadtverwaltung. Seit seinem Amtsantritt wurden im Rathaus zahlreiche zusätzliche Personalstellen geschaffen. Dennoch befindet sich die Stadtverwaltung in einem katastrophalen Zustand und ist in vielen Bereichen nicht mehr in der Lage, ihre Kernaufgaben in akzeptabler Qualität und angemessenen Fristen zu erledigen. Als Beispiele können hier das Jugendamt, der Bürgerservice und die Wohngeldstelle genannt werden.

Wir können nicht einmal mehr politische Gründe dafür finden, Mike Schubert im Amt zu belassen. Bei der Umsetzung des SVV-Beschlusses gegen die Einführung der Bezahlkarte für Geflüchtete oder bei der Finanzierung der Wärmewende hat Mike Schubert sich schließlich nicht durch besonderes Engagement hervorgetan und das Feld eher tatenlos seinen Beigeordneten überlassen. Stattdessen drängt er der Stadt eine zutiefst ungerechte Haushaltsdiskussion auf, die vor allem auf Kosten der sozialen Infrastruktur und der kulturellen Angebote geführt wird.

 

Am 04. Dezember 2024 tagt wieder die Stadtverordnetenversammlung. Unsere Fraktion hat auch diesmal einige Anträge und Anfragen auf die Tagesordnung gesetzt.

Wir wollen erreichen, dass die Stadt Potsdam sich auch im Städtenetzwerk Komm.A gegen rechte Einschüchterung und Hetze vernetzt, dass die Sitzungen der Stadtverordneten von langen Monologen entlastet werden, in dem der OB-Bericht und Antworten auf Einwohnerfragen vorab schriftlich ausgereicht werden und dass keine Parteiveranstaltungen mehr in Schulen und städtischen Gebäuden stattfinden.

Zusammen mit anderen Fraktionen möchten wir Dialogdisplays zur Geschwindigkeitskontrolle und energetisches Quartiersmanagement in der Brandenburger Vorstadt durchsetzen.

In der Fragestunde fordern wir Auskunft zur Weigerung des KIS, den Beschluss zur Bereitstellung kostenloser Periodenprodukte in allen öffentlichen Gebäuden vollständig umzusetzen. Nachdem der Oberbürgermeister seit Wochen den Stadtteil Babelsberg als Brooklyn der Stadt darstellt, fragen wir, wie er denn Ordnung und Sicherheit in den anderen Stadtteilen sieht.

 

A 24_SVV_1247 Massnahmen SVV – OB-Bericht und EinwFragestunde

A 24_SVV_1248 Keine Parteiveranstaltungen in Schulen

A 24_SVV_1258 Mitgliedschaft Komm.A

A 24-SVV-1271 Dialogdisplays Geschwindigkeitskontrolle

A 24-SVV-1278 Energetisches Quartiersmanagements Brandenburger Vorstadt

Anfrage 24_SVV_1312 Ordnung und Sicherheit außerhalb Babelsbergs

Anfrage 24-SVV-1311 Kostenlose Periodenprodukte

 

Seit sechs Monaten besteht der Gedenkort „Bibliothek der verbrannten Bücher“. Wir blicken zurück auf fünf wunderbare, bereichernde Veranstaltungen und auf eine Reihe von Angriffen auf den Gedenkort.

Am Freitag, dem 22. November 2024 findet 18 Uhr an der roten Gedenkzelle auf dem Bassinplatz unsere erste Veranstaltung im Dunkeln statt.

Lasst euch überraschen, wie leuchtend und heiter ein Gedenken sein kann. Wir lesen aus „Der falsche Prinz“ von Harry Domela, einem deutsch-baltischen Hochstapler und Autor. Besonders freuen wir uns, dass das Moses Mendelssohn Zentrum (MMZ) mit dabei sein wird!

Wir möchten auch nach vorne blicken, auf einen lebendigen und sicheren Gedenkort mit neuen Schlössern und Büchern, als Ort für Lesungen aus verbrannten Büchern, für Gespräche und gemeinsames Nachdenken.

Seid herzlich eingeladen! Wir freuen uns auf euch.

 

Gern können auch Buchspenden zur Vervollständigung unserer Bibliothek mitgebracht werden.https://www.verbrannte-buecher.de/bibliothek

 

 

Auch am Dienstag, 12.11.2024, führen wir 17.30 Uhr an der Stadtschlossattrappe auf dem Alten Markt in Potsdam das Max-Dortu-Gedenksteinewerfen auf das verhasste Stadtschloss durch. Wir möchten damit an die Ereignisse des 12. November 1848 erinnern.

In Berlin galt der Belagerungszustand. Max Dortu und seine Mitstreiter*innen wollten verhindern, dass aus Potsdam weiteres Militär zur Niederschlagung des demokratischen Widerstands in die Hauptstadt verlegt wird. Sie mobilisierten eine Volksmenge, die die Eisenbahngleise zwischen Potsdam und Nowawes herausriss und die Telegraphenverbindungen zerstörte. Am Abend warf die Menge dann Steine gegen das verhasste Stadtschloss.

Diese historische Episode wollen wir auch in diesem Jahr in Potsdam nacherlebbar machen.
Wir bitten in geeigneter Bekleidung zu erscheinen und das traditionelle Liedgut vorab zu proben.

Auch für die Novembersitzung der Stadtverordneten hat DIE aNDERE mehrere Anträge eingebracht. Diesmal wollen wir durchsetzen, dass die unaufschiebbaren Investitionen in erneuerbare Energien zur Sicherung der Wärmewende durch Inanspruchnahme der städtischen Rücklagen gesichert werden, dass ein Sonderausschuss der SVV die Tätigkeit der Führerscheinstelle gegen behinderte Menschen aufarbeitet, dass der Oberbürgermeister regelmäßig über die Vergabe von Beratungsleistungen berichtet, dass Arbeitsgremien und Aufsichtsräte, in denen ehrenamtliche Stadtverordnete tätig sind, nicht mehr in den Schulferien terminiert werden und dass Infostände von Parteien direkt vor Schulen unterbunden werden.

A 24_SVV_1080-01 Finanzierung Wärmewende NEUFASSUNG

A 24_SVV_1049 Zeitweiliger Ausschuss Führerscheinstelle

A 24_SVV_1040 Berichterstattung Vergabe Beratungsleistungen

A 24_SVV_1046 Keine Sitzungen in den Ferien

A 24_SVV_1050 Parteien vor Schulen

 

Vor einigen Tagen mussten wir feststellen, dass am Eingang der Gedenk-Telefonzelle „Bibliothek der verbrannten Bücher“, die seit dem 22. Mai an die Bücherverbrennungen der Nazis 1933 in Potsdam und Nowawes erinnert, mehrere Bücher verbrannt wurden.

Auch wenn viele Fragen zur Tat und zu den hinter ihr stehenden Motiven ungeklärt sind, sehen wir diese Aktion als Angriff auf diesen Gedenkort und als Statement gegen eine politische Auseinandersetzung mit den Verbrechen des Nationalsozialismus.

Wir laden dazu ein, am nächsten Öffnungstag der Bibliothek am Dienstag, dem 22.10.2014 18 Uhr auf dem Bassinplatz über diesen Angriff auf den Gedenkort ins Gespräch zu kommen.

 

Auch in der Septembersitzung hat unsere Fraktion wieder einige wichtige Anträge auf die Tagesordnung der Stadtverordnetenversammlung setzen lassen.

Diesmal ging es um mehr farblich markierte Radwege, um eine auto- und barrierefreie Zone im mittleren Teils der Rudolf-Breitscheid-Straße, um kostenlose Periodenprodukte in 250 städtischen Gebäuden, um die lückenlose Kontrolle von Baumpflanzungen, um weniger Leerstand im städtischen Wohnungsbestand, um den Bau einer Regenwasserzisterne und um eine Aufforderung ans Land, den Abriss von Wohnraum nicht mehr finanziell zu fördern.

Dass wir diesen Beitrag verspätet posten, hat den Vorteil dass wir vermelden können, dass unsere Anträge zu kostenlosen Periodenprodukten und zum Bau einer Regenwasserzisterne bereits beschlossen wurden. Den Antrag zum Bewässerungssystem im Babelsberger Park konnten wir zurückziehen, weil die Schlösserstiftung das Vorhaben nun im Rahmen eines anderen Förderprogramms umsetzen will.

A 24-SVV-0891 Farbliche Kennzeichnung von Radwegen

A 24-SVV-0892 Verkehrsneuplanung R-Breitscheid-Str

A 24-SVV-0893 Kontrolle Baumnachpflanzungen

A 24-SVV-0899 Kostenlose Periodenprodukte

A 24-SVV-0900 Bewässerungssystem Babelsberger Park

A 24-SVV-0905 Leerstand im städtischen Wohnungsbestand

EA 24-SVV-0882-01 Zisternenbau als Fördermitteln Klimawandel

EA 24-SVV-0949-01 Keine Förderung Abriss von Wohnraum

 

Auf dem Potsdamer Bassinplatz nahe der Jugendaktionsfläche erinnert eine rote Telefonzelle an die Bücherverbrennung 1933 in Potsdam und Nowawes. Hier entsteht der Gedenkort “Bibliothek der verbrannten Bücher”. An jedem 22. des Monats öffnet DIE aNDERE diese besondere Bibliothek. Wir sammeln Buchspenden damit die Bibliothek wachsen kann und lesen aus den Werken.

Zu den 1933 verbrannten Werken gehörten auch Werke von Erich Kästner.

Bei unserer ersten Sonntagsöffnung am 22. September 2024 ab 11 Uhr werden wir einige Passagen aus dem Werk von Erich Kästner „Der Gang vor die Hunde (ehemalig „Fabian“) zu hören bekommen.

Habt Ihr noch Bücher, die auf der Liste der verbrannten Bücher stehen? Bringt sie gern vorbei, um den Gedenkort weiter wachsen zu lassen.

Wer diesmal nicht dabei sein kann, aber trotzdem ein Buch beisteuern möchte, kann es gern im Buchladen Sputnik abgeben.

Vor mehr als 20 Jahren schaffte Potsdam als erste Stadt im Land Brandenburg die Sachleistungen ab und zahlte an alle Flüchtlinge Bargeld aus. Damit wurde nicht nur der Verwaltungsaufwand deutlich reduziert, sondern auch diskriminierende Einschränkungen für Menschen abgebaut, die an der Supermarktkasse mit Gutscheinen bezahlen mussten und kritisch beäugt wurden. Der Potsdamer Oberbürgermeister Jann Jakobs und das Bündnis Potsdam bekennt Farbe vertraten die Vorreiterrolle der Stadt offen, überzeugend und erfolgreich. In den nächsten Jahren folgten immer mehr Landkreise und kreisfreie Städte dem Potsdamer Beispiel. Zuletzt hielt nur noch der Landkreis Oberhavel an den integrationsfeindlichen und bürokratischen Gutscheinen fest.

Seit einigen Monaten haben sich vor allem CDU, SPD und FDP darauf verlegt, auf das Erstarken rassistischer und autoritärer Parteien und Stimmungen mit der Übernahme von AfD-Forderungen und Beteiligung an der Stimmungmache gegen Flüchtlinge zu reagieren. Gerade die SPD und Ministerpräsident Woidke forderten Grenzkontrollen und Abschiebeoffensiven.

Ein absoluter Tiefpunkt im AfD-Ähnlichkeitswettbewerb zwischen SPD und CDU ist die Einführung einer Bezahlkarte für Flüchtlinge. Diese Karte soll nur in bestimmten Landkreisen gültig sein, die Abhebung von max. 50 Euro Bargeld pro Person ermöglichen und so verhindern, dass Geld ins Ausland überwiesen wird. In der Praxis wird es aber kaum dazu führen, dass Schlepperbanden nicht mehr bezahlt werden oder dass weniger junge Menschen aus dem Senegal fliehen, um in Europa ein besseres Leben zu suchen. Ganz sicher aber werden geflüchtete Familien in Brandenburg nicht mehr preiswert in Secondhand-Shops einkaufen oder ihren Kindern das Geld für ein Eis mit auf den Schulausflug geben können.

Am 10. April 2024 beschloss die Stadtverordnetenversammlung deshalb, dass Potsdam erneut Farbe bekennen und die Bezahlkarte nicht einführen soll. Mit dem Beschluss 24/SVV/0206 verpflichtete die SVV, sich im Land gegen die Einführung der Bezahlkarte zu engagieren. Auf die Nachfrage unserer Fraktion im Hauptausschuss, warum der OB denn an Verhandlungen mit den anderen Landkreisen teilnehme, versicherte Schubert noch, dass er dort für den Beschluss der Potsdamer SVV werben oder zumindest höhere Bargeldsätze heraushandeln wolle.

Vor wenigen Wochen fragte die Fraktion Bündnis 90/Grüne in einer Kleinen Anfrage nach der Umsetzung des Beschlusses. Der Oberbürgermeister antwortete: „Die Rahmenbedingungen für die Umsetzung der Bezahlkarte sind durch den Beschluss 24/SVV/0206 vom 10.04.24 für die Verwaltung definiert worden, woran sich diese gebunden sieht. Von Gesetzeswegen steht der Umsetzung dieses Beschlusses nichts entgegen, da der Gesetzgeber den Trägern der Asylbewerberleistungen (TdA) Ermessen einräumt.  Der notwendige Bedarf kann durch Geld- oder Sachleistungen oder in Form von Bezahlkarten, Wertgutscheinen oder anderen unbaren Abrechnungen gedeckt werden. Eine fachliche Weisung des Landes liegt nicht vor, so dass das Ermessen durch die Kommunen ausgeübt werden muss.“

Nun überrumpelt der Oberbürgermeister die Stadtgesellschaft plötzlich mit einem Antrag, den geltenden SVV-Beschluss aufzuheben und die Bezahlkarte einzuführen. Allerdings wurde in den Gesprächen mit den anderen Kreisen weder die verfügbare Bargeldsumme erhöht, noch irgendeine Erleichterung bei der Handhabung der Karte erreicht. Der Oberbürgermeister verweist einfach darauf, dass eine einheitliche Regelung im ganzen Land wünschenswert ist und schließt sich den diskriminierenden Regelungen der Mehrheit an. Dabei hat kürzlich das Sozialgericht Hamburg eine Bezahlkarte mit der pauschalen Bargeldobergrenze von 50 Euro für rechtswidrig erklärt.

Besonders schäbig finden wir, dass der Oberbürgermeister in den letzten Monaten auf Zeit gespielt hat, um nun nach der Kommunalwahl mit den Stimmen der erstarkten AfD den Weg für die Bezahlkarte in Potsdam freizumachen.

DIE aNDERE wird sich selbstverständlich weiter gegen die Einführung der Bezahlkarte wenden. Wir rufen alle Stadtverordneten auf, sich gegen den Versuch zu wenden, menschenfeindliche und unsoziale Positionen der AfD zu übernehmen. Dem Rechtsruck in unserer Gesellschaft kann nur wirksam begegnen, wer Demokratie und Menschenrechte verteidigt und die gravierende soziale Ungerechtigkeit abbaut.