DIE aNDERE zur Räumung der Tornowstr. 40

Mit großem Entsetzen und Enttäuschung nimmt unsere Fraktion die derzeit stattfindende Räumung des besetzten Hauses in der Tornowstraße 40 auf Hermannswerder zur Kenntnis. Diese Räumung erfolgt ohne erkennbare Notwendigkeit und setzt ein völlig falsches Zeichen in einer Zeit, in der die Wohnungsnot in Potsdam immer weiter eskaliert.

Die Besetzerinnen und Besetzer sind in den vergangenen Tagen in keiner Weise negativ aufgefallen. Im Gegenteil: Sie treten friedlich, offen und nachbarschaftlich auf und haben deutlich gemacht, dass ihr Protest auf die desaströse Wohnungsmisere in unserer Stadt aufmerksam machen soll. Sie benötigen selbst dringend Wohnraum und haben in der Tornowstraße 40 einen leerstehenden Ort vorgefunden, den sie gemeinschaftlich nutzen wollten.

Besonders unverständlich ist die Räumung auch deshalb, weil die Bewohnerinnen und Bewohner wiederholt erklärt haben, das Gelände freiwillig zu verlassen, sofern die Landeshauptstadt Potsdam verbindlich zusichert, dass das Areal durch die ProPotsdam entwickelt und dort sozialer Wohnraum geschaffen wird.

Statt auf Eskalation und Räumung zu setzen, braucht es jetzt politischen Willen, um Lösungen für bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Die Situation in der Tornowstraße 40 zeigt einmal mehr, wie groß der Handlungsdruck in Potsdam ist. Wer friedlichen Protest räumt, ohne gleichzeitig Perspektiven für sozialen Wohnungsbau und bezahlbares Wohnen zu schaffen, verkennt die Realität vieler Menschen in unserer Stadt.

Unsere Fraktion fordert die Landeshauptstadt auf, die Räumung umgehend auszusetzen und endlich Gespräche über die Zukunft des Geländes sowie über die Schaffung sozialen Wohnraums aufzunehmen.